https://www.barmer.de/presse/infothek/studien-und-reports/heil-und-hilfsmittelreport/barmer-heil-hilfsmittel-report-2017-139728

Die Diskussion um die medizinische Notwendigkeit von Heilmitteltherapie müssen wir führen!

Der diesjährige Heilmittelreport der Barmer fokussiert sich auf steigende Ausgaben, denn:

– die Ausgaben für Heilmittel sind in den vergangenen Jahren um jährlich 3-5% gestiegen und 
– der Anteil der Ausgaben für Heilmittel an den gesamten Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung ist von 2,7% (2007) auf 3,0% (2015) angewachsen.

Im Ausblick auf die kommenden Jahre rechnen die Krankenkassen mit weiteren Kostensteigerungen, die aus besseren Vergütungssätzen resultieren werden. (Loslösung der verhandelbaren Vergütungssteigerung von der Grundlohnsummenentwicklung gem. GKV-Versorgungsstärkungsgesetz)

Nach dem Motto, „wenn die Preise steigen, kaufen wir einfach weniger“, werden daher bereits Fragen aufgeworfen, deren Untersuchung durchaus Veränderungen für Heilmittelerbringer mit sich bringen können…So werden zum Beispiel diskutiert:

1. warum je Versichertem in Bremen 50€ pro Jahr für Physiotherapie ausgegeben wird und in Berlin 82€ sowie
2. warum 26% der Frauen eine physiotherapeutische Behandlung erhalten und nur 17% der Männer?

Regionale und geschlechterspezifische Unterschiede werden nicht ausreichen, diese Differenzen zu begründen, so dass unmittelbar die Frage nach der medizinischen Notwendigkeit und die Forderung nach weitergehenden Untersuchungen aufgestellt wird.

Bekommen nun Frauen (bzw. Berliner) zu oft oder Männer (bzw. Bremer) zu wenig Physiotherapie? Die Interpretation dieser Ergebnisse dürfen wir nicht den Krankenkassen überlassen.

Jan Hollnecker

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