ES LIEF NICHTS NACH PLAN… Der Donnerstagsblog mit Isabelle 😊

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Ich habe euch letztens von meiner kleinen Patientin berichtet, bei der wir das Trinken mit dem Becher üben wollen. Zusätzlich haben die Mama und ich noch eine andere Flasche bestellt. Bei dieser besonderen Flasche kann man die Flüssigkeit vorne herausdrücken. Die Milch sammelt sich am vorderen Teil der Flasche, so dass der Säugling sie über die Lippen abnehmen kann. Diese kann man nutzen, wenn die Kleinen nicht in der Lage sind zu saugen. Einige von euch wissen vielleicht, welchen Sauger ich meine. Da ich hier aber keine Werbung machen möchte, lasse ich den Namen einfach weg.

Ich wollte nicht sofort in den Mund der Kleinen gehen und eine Saugstimulation starten. Durch ihren schweren Start ins Leben, auf Grund ihrer Frühgeburt, einer Herzoperation und der Trinkschwäche, ist die Patientin wahrscheinlich sehr traumatisiert. Zusätzlichen Stress und eine eventuelle Überreizung wollte ich gerne vermeiden. Deswegen überlegte ich, wie ich die äußeren Umstände anpassen könnte. Also entschied ich mich, vorerst vom üblichen Sauger weg zu gehen und auf andere Hilfsmittel zu zugreifen (wie Trinkbecher oder eine andere Art von Saugflasche). Solche hatten wir ausführlich in meinem letzten Modul meiner Weiterbildung besprochen.

Passend zum nächsten Termin erhielt die Mutter den anderen Sauger und den Trinkbecher. Wir entschieden uns erst einmal dazu die Flasche auszuprobieren. Ich durfte mal wieder lernen, auch noch nach neun Jahren Berufserfahrung, dass es nicht immer, wie im Kopf geplant abläuft. Zu oft reagiert der Patient anders, als vorgestellt. Diese Erkenntnis haben wohl schon einige Therapeuten erfahren dürfen. Schon oft musste ich flexibel sein und komplette Pläne spontan umschmeißen oder anpassen. Ich würde von mir behaupten, dass ich diese Flexibilität relativ gut umsetzen kann. Gerade in der Therapie mit Säuglingen muss ich diese Fähigkeit mit Sicherheit noch häufiger einsetzen. An dem besagten Tag hatte ich das jedoch nicht im Hinterkopf und somit auch nicht darauf vorbereitet. In dieser Therapie lief leider nichts nach Plan.

Ich war in voller Vorfreude auf die Therapieeinheit und auf die Trinkversuche. Die ersten Tropfen Milch probierte das Mädchen dann auch. Sie wurde aber sehr schnell unruhig, bewegte sich viel, streckte sich und weinte schließlich. Da die Mama den neuen Sauger nicht kannte, wollte ich den ersten Versuch starten. Wahrscheinlich bemerkte das Kind meine Unsicherheit, die mich umtrieb. Es war mal wieder ein Moment indem ich die Theorie praktisch umsetzen wollte. Tja, leider gelang dies nicht so, wie ich mir das vorstellte. Zunächst versuchten wir, die Kleine zu beruhigen. Im späteren Versuch nahm sie von der Mama auch nichts mehr ab. Den kleinen Becher gab ich ihnen mit nach Hause. Außerdem zeigte ich der Mama, wie sie ihr Kind in der Seitenlage füttern kann. Nun muss ich mich darauf verlassen, dass sie es zu Hause ohne meinem Beisein probiert. An dem Tag war die Kleine sehr müde. Nachdem die Mama sie im Tragesystem hatte, ist sie sofort eingeschlafen. Trinkversuche sollten bei genügend Wachheit erfolgen. Leider ist niemand auf Knopfdruck wach und fit und schon gar nicht ein fünf Monate altes Baby. Dieser Punkt war mir nun auch klar. Wir versuchen es in der nächsten Woche erneut. Wachheit war bei meinen anderen Therapiekindern sonst weniger ein Thema, so dass ich dies bei der Terminplanung nicht bedachte. Kinder über drei Jahren schlafen meistens mittags und nicht mehrmals mitten am Tag. An gehäufte Schlafphasen von Säuglingen muss ich mich wohl erst noch gewöhnen und mich besser darauf einstellen.

Eure Isabelle

Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden… Auch die Therapie?

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Das war das Thema unseres Workshops in der Ludwig Fresenius Schule in Berlin Lichtenberg. Mit Schülerinnen aus dem Ausbildungsgang Logopädie haben wir diskutiert, in welchen Bereichen der Therapie neue Medien unseren Alltag verändern werden.

🤔 Werden Sprachassistenten die Terminvergabe am Tresen ersetzen?

🤔 Wird Sprachtherapie der Fernbehandlung am Laptop stattfinden?

🤔 Werden Hausaufgaben noch als App mitgegeben?

Das waren einige der Fragen, die wir mit den gemeinsame diskutiert haben, um anschließend auch in Workshops konkrete Beispiele zum Einsatz von neuen Medien in der Therapie zu erörtern.

Der Austausch hat uns sehr gefreut und wir durften wieder mal feststellen, dass es durchaus angehende motivierte und engagierte junge Kolleginnen und Kollegen an den Schulen gibt. Vielen Dank!

BLOG mit Isabelle 👩🏻‍🦰 „Unser Weg zum Zentrum für interdisziplinäre Säuglings- und Kindertherapie“

Eine Fallbesprechung Trinken aus dem Becher

Nach und nach kommen zunehmend Säuglinge zu mir in die Therapie, was mich natürlich sehr freut. Nun habe ich eine Kleine, die nicht mehr aus der Flasche trinkt. Laut Mutter habe es anfangs ganz gut geklappt, doch auf einmal sauge sie nicht mehr. Ich habe gelernt, dass das ganz typisch ist.

Zu Beginn läuft das Saugen noch reflektorisch ab. Wenn die Säuglinge drei bis vier Monate alt sind, wird aus dem Reflex ein willkürliches Bewegungsmuster. Wenn die Muskeln oder die Sensorik
gestört sind, ist es möglich, dass das Saugen auf einmal nicht mehr so gut klappt. Die kleine Patientin ist nun fünfeinhalb Monate alt (korrigiert) und kommt einfach nicht in ein adäquates Saugmuster. Sie spielt eher mit dem Sauger, als daran zu saugen. Daher haben die Mutter und ich
ausprobiert, wie sie Milch von einem Becher abnimmt. Das war auch für mich aufregend. Ich habe in der Weiterbildung zwar die theoretischen Hintergründe gelernt und auch Videos gesehen, wo Säuglingen der Becher angeboten wird. Doch so richtig hatte ich keine Vorstellung davon, wie das funktionieren soll. Auch die Mutter guckte mich mit großen Augen an, als sie meinen Vorschlag hörte. Trotz ihrer kleinen Bedenken, konnte ich die Mutter überzeugen, es auszuprobieren.

Die Kleine hat auch versucht die Milch sofort abzunehmen, eine leichte Lippenrundung war sogar zu erkennen. Durch ihre orofaziale Hypotonie fällt es ihr jedoch sehr schwer, die Milch zu halten und nach hinten zu transportieren. Es lief noch sehr viel aus dem Mund heraus. In der kommenden Woche wollen wir mit einem kleinen Becher nochmal einen Trinkversuch starten. Spontan hatten wir es mit einem Deckel der Nuckelflasche probiert. Zu hause soll die Mama es weiter üben. Ich bin
gespannt, was sie zurückmeldet. Bisher wird das Mädchen sondiert, da sie ihre Trinkmenge noch nicht alleine erreicht. Für die Mutter ist es total wichtig von der Sonde weg zu kommen. Daher ist sie bereit so viel wie möglich auszuprobieren und hat mit mir gemeinsam einen kleinen Becher bestellt.

Ich merke nun, dass es sehr wichtig ist, dass sie mindestens zweimal die Woche zu mir kommen, damit ich Mutter und Kind bestmöglich begleiten kann. Vor der Weiterbildung wäre ich nie darauf gekommen, bei so kleinen Kindern schon einen Becher einzusetzen. Wir werden sehen, ob das Experiment mit dem Becher gelingt.

PODCAST – Praxen der Zukunft

Episode 15 – Säuglings-/ Kindertherapie und Aufklärung für Eltern auf Instagram – Kinderphysiotherapeutin Maike im Interview.

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Sie ist Kinderphysiotherapeutin, Mutter und Influencerin. Im heutigen Interview gehts um #maikesblickwinkel.

Mit mehr als 11.000 Followern auf Instagram leistet Maike einen wichtigen Beitrag im Bereich der Aufklärung und Primärprävention zum Wohle der natürlichen Entwicklung von Kindern.

Aus meiner Sicht ein inspirierendes Gespräch über die Relevanz, die Therapeuten erzielen können, wenn Sie sich auf Ihre wahren Kompetenzen konzentrieren und in die Sichtbarkeit gehen. �
Den Podcast gibts hier…Viel Spaß dabei!

PODCAST – Praxen der Zukunft

Episode 14 – Ein Interview mit dem Physiotherapeuten, Unternehmer und politischen Aktivisten Jens Uhlhorn.

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Jens Uhlhorn ist Physiotherapeut, Unternehmer und einer der maßgeblichen Organisatoren der Aktion „Therapeuten am Limit“. Er schaut auf 25 Jahre Berufserfahrung zurück und hat sich so intensiv, wie nur wenige Andere, mit der Frage auseinandergesetzt, wohin sich die Heilmitteltherapie in der Zukunft entwickeln wird.

Wir haben insgesamt drei Stunden diskutiert und hierbei einen Rundumschlag aller relevanten Themen unserer Branche abgehandelt. In diesem ersten von insgesamt drei Teilen erfahrt Ihr alles über den Physiotherapeuten, der sich kurz nach der Ausbildung in ein unternehmerisches Abenteuer gestürzt hat. Dabei ist er sehr früh gestolpert und hat sich gemeinsam mit seinem Team Schritt für Schritt aufgerappelt.

Aus meiner Sicht ein Muss für
– jede/-n Praxisinhaber/-in,
– jede/-n Therapeut/-in, die sich mit der Option der Selbstständigkeit auseinandersetzt und
– Mitarbeiter/-in, die in einem Unternehmen mehr Verantwortung übernehmen wollen.

Ihr findet den Podcast auf:

iTunes
https://podcasts.apple.com/de/podcast/praxen-der-zukunft-für-eine-moderne-heilmitteltherapie/id1462942958#episodeGuid=pod-5d51531d2af75728782286

Spotify
https://open.spotify.com/episode/3dsVOVndbU65O79umsjEZp?si=YuAKVqe2TA-YcIIMicRCTQ

Mögen die positiven Stimmen in der Heilmitteltherapie lauter werden!

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In den letzten dreieinhalb Monaten haben wir in unserem Podcast viele spannende Gespräche geführt und dabei viele inspirierende Persönlichkeiten aus der Heilmitteltherapie kennengelernt.

Die Gemeinsamkeit, die alle unsere Gesprächspartner geeint hat, ist, dass sie ihren Beruf lieben. Statt sich in den sozialen Medien über Rahmenbedingungen zu beschweren, haben sie sich aktiv die Nische gesucht, die ihnen das meiste Glück geschenkt hat.

Für alle Berufseinsteiger wünsche ich mir, dass diese positiven Stimmen lauter werden uns als Inspiration dienen. Sie sollen eine Inspiration sein für all die jungen Therapeutinnen und Therapeuten und ihnen das Vertrauen schenken, dass sie mit dieser Berufswahl den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Statt über einen Plan B abseits der Therapie nachzudenken, sollen sie sich wieder trauen, über einen richtig guten Plan A nachzudenken.

Podcast Praxen der Zukunft, Episode 13 – Die Gestaltung der Versorgung geht uns alle an! – Ein Interview mit Claudia Czernik zum Thema Public Health

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Mit Claudia spreche ich über Ihre berufliche Perspektive als Physiotherapeutin, die im Masterstudiengang Public Health den Ehrgeiz entwickelt hat, das Gesundheitssystem ganz persönlich und aktiv mitzugestalten.

Von den Misständen unserer Branche über die Akademisierung der Therapieberufe kommen wir am Ende zu der Pflicht, die Versorgungsforschung gemeinsam voran zu bringen. Was können wir, als Therapeuten und Praxisinhaber konkret tun?

Den Podcast findet ihr hier:

Spotify
https://open.spotify.com/show/1nA3Oidtac1nG0sNWK2zXf?si=4MKMvGTlSImP8o4egvLAqA

iTunes
https://podcasts.apple.com/de/podcast/praxen-der-zukunft-für-eine-moderne-heilmitteltherapie/id1462942958 – hier: Spotify.

DER DONNERSTAGS-BLOG mit Isabelle ??‍?

„Unser Weg zum Zentrum für interdisziplinären für Säuglings- und Kindertherapie“

☀️ INTERDISZIPLINÄREN AUSTAUSCH LEBEN ☀️

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In der letzten Woche hatte ich schon angekündigt, dass ich über den Austausch mit meinem Kollegen aus der Physiotherapie berichten werde. Zunächst für euch kurze Informationen zu meinem Patienten: Der Junge ist 4 Jahre alt und hat eine Muskeldystrophie. Da er sehr langsam kaut, Nahrung auch oft ablehnt und nicht genug Kalorien aufnehmen kann, wird er durch eine PEG- Sonde (Magensonde) versorgt.Nach einigen Wochen hatte ich nun das Glück, dass die Termine der Familie mit denen meines Kollegen zusammen passten. Das ist im Therapiealltag auch nicht immer ganz einfach. Die Mutter des Kindes brachte zu dieser Einheit alle Berichte mit. Bedeutend war der OP-Bericht, da der kleine Junge im Januar an der Wirbelsäule operiert wurde. Ich war froh, dass mein Kollege wichtige Informationen zu der Operation sichten, mir den Vorgang sofort erklären und an dem kleinen Patienten zeigen konnte. Oft fällt es mir schwer fremde Fachbegriffe zu verstehen, gerade bei einem orthopädischen Eingriff. In diesem Zusammenhang wurde mir auch erklärt, welche Bewegungen oder Positionen schmerzhaft für ihn sein könnten. Sehr relevant für mich, da ich in verschiedenen Positionen mit ihm arbeiten, aber natürlich keine Schmerzen auslösen möchte.
Zu Beginn der Therapie war der Junge sehr skeptisch und merkte sofort, dass etwas anders war. Schnell fasste er aber vertrauen und machte anschließend sehr gut mit. Wir behandelten ihn zu zweit und mein Kollege zeigte mir, wie ich die Handgriffe auch alleine anwenden kann. Eine wesentliche Voraussetzung für die orofaziale Entwicklung, ist die motorische Entwicklung. Daher bin ich sehr froh, dass ich nun auch einige Übungen in die Therapie miteinbringen kann, die die Bewegung des Kleinen fördern. Mein Kollege sagte mir außerdem, welche Seite mehr „benutzt“ wird und wodurch ich das erkenne, welche Seite ich mehr fordern soll und welche Reize ich einsetzten kann. Dies sind auch hilfreiche Hinweise, für die Beobachtung der Bewegungsmuster anderer Kinder. Dem kleinen Jungen machte die Behandlung sichtlich Spaß, da er sehr viel lachte und lautierte. Einige Wochen zuvor wurde der Patient anhand einer Videosequenz besprochen. Diesmal konnte mein Kollege aber selbst Hand anlegen und mir doch noch andere Tipps geben. Wir arbeiteten ausschließlich in der Rücken- und der Seitenlage, in der Rotation. Die Position der Seitenlage hatte ich vorher nicht bedacht und habe so nun einen ganz neuen Ansatz erhalten. Wir hatten eine tolle Behandlung, in der logopädische und physiotherapeutische Inhalte verbunden werden konnten. Im Anschluss besprachen mein Kollege und ich die weiteren möglichen Schritte und in ein paar Wochen werden wir uns erneut zu diesem Patienten zusammensetzen.
Ich bin sehr dankbar über die Möglichkeit des direkten und intensiven Austauschs. Gerade durch diesen, gewinnt es zunehmend für mich an Bedeutung, wie wichtig die Verbindung der unterschiedlichen Bereiche ist. Rumpf, Aufrichtung, Rotation, Armbewegung, Wahrnehmung, Kaubewegungen, Zungenbewegungen, Schlucken, Sprechen – all das steht in einem Kontext. Über den Tellerrand hinausschauen ist mein Motto. Dieses konnte mich bisher immer in meinem therapeutischen Handeln unterstützten.
In der kommenden Woche treffen meine Kollegen zu einem interdisziplinären Team zusammen, in dem wir von unserer Ergotherapeutin und unserem Physiotherapeuten erklärt bekommen, welche Zusammenhänge zwischen Rumpf und Arm bestehen. Ich bin gespannt, welche Ableitungen ich diesmal für meine Therapien ziehen kann.

DER DONNERSTAGS-BLOG mit Isabelle „Unser Weg zum Zentrum für interdisziplinären für Säuglings- und Kindertherapie“

 

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Gelerntes Anwenden

Letztes Wochenende durfte ich am Freitag und Samstag neues Wissen über das Essen von Breikost und fester Kost von Säuglingen von fünf Monaten bis ins Kleinkindalter von zwei Jahren erlangen.

Inhalte waren zunächst die Physiologie der genannten Alterspanne sowie Diagnose und Therapie bei Fütterstörungen. Diesen sehnte ich schon einigen Wochen entgegen, da ich gerade einen kleinen
Säugling von circa sieben Monaten (korrigiert, das heißt, als Frühchen geboren und ab errechneten
Geburtstermin gezählt) therapiere. Nicht immer ist es einfach, die Theorie sofort in der Praxis
umzusetzen. Schon seit einiger Zeit wird dem Säugling Breikost angeboten. Es stellten sich Fragen
zum Anreichen, Positionieren und zu den Mengen. Endlich konnte ich diese Woche Antworten auf
die Unsicherheiten des Pflegeteams und der Kindesmutter geben. Bisher waren die Ratschläge der
Fachbücher entnommen, die ich mir nach und nach kaufte. In der Fortbildung jedoch, wurde durch
Videobeispiele von Fütterdituationen und die Selbstversuche beim Füttern deutlich, worauf bei der
Gabe der Breikost geachtet werden muss. So konnte ich selbst fühlen, wie unangenehm ein
abgestrichener Löffel am Gaumen und der Oberlippe sich anfühlt. Noch Minuten später, konnte ich
Missempfindungen feststellen. Auch ein schwebender Löffel im Mundraum ist merkwürdig und
fordert auf keinen Fall zum Schließen des Mundes auf. Ebenso ist es sehr verwirrend, wenn ein
angeblich fliegender Löffel einem vor dem Gesicht hin und her geschwenkt wird. Aus dem

Blickwinkel eines Säuglings sind dies zu starke oder zu schwache Reize, die das Abnehmen der
Nahrung oder das erneute Öffnen des Mundes nicht fördern. Genau an diese Situationen musste ich
denken, als ich wieder in der Behandlung war. Mit gutem Gewissen konnte ich Hinweise geben, auf
die beim Anreichen von Brei geachtet werden sollte.
Bei Fütterstörungen ist es sehr wichtig, dass gewisse Regeln eingehalten werden. Diese wurden auf
der Fortbildung genannt und erläutert. Einige waren für mich selbstverständlich, andere erbrachten
einen „aha“-Effekt. In den kommenden Tagen, werde ich versuchen diese Regeln mit Eltern zu
besprechen und sie zur Umsetzung zu motivieren. So ist es zum Beispiel sehr wichtig, dass mit dem
füttergestörten Kind mindestens einmal gemeinsam gegessen wird, es selbstständiges Handeln
erlernt und Mahlzeitpausen eingehalten werden. Letzteres ist besonders wichtig, damit ein
Hungergefühl entstehen kann. Auch die ganz Kleinen müssen das schon lernen. Da der sieben
Monate alte Säugling gerade nicht genug zunimmt, steht der Druck im Raum, die angegebene
Menge der Ärztin zu schaffen. Daher füttert das Pflegepersonal teilweise Milchmahlzeiten zu, wenn
eigentlich eine Pause sein sollte. So stand für mich ein Gespräch mit der Pflegeleitung im
Vordergrund. Ich war erleichtert, dass sie meiner Meinung war. Ein erneutes Teamgespräch des
Pflegepersonals soll nun dafür sorgen, dass diese kleine, aber sehr ausschlaggebende Maßnahme
umgesetzt wird. Letzte Woche war mir die Bedeutung der Einhaltung solcher noch nicht so klar.
Eventuell wäre daher mein Blick darauf, nicht so geschärft gewesen.

Da ich Inhalte aus den letzten Modulen der Fortbildung sofort umsetzen konnte, bin ich schon jetzt
auf kommendes Modul im September gespannt. Ebenfalls werde ich mich wieder mit den anderen
Kolleginnen austauschen können, worauf ich mich schon sehr freue. Zunächst nutzte ich den
Austausch mit internen Kollegen. Für ein sicheres Aufnehmen von Nahrung und ein
physiologisches Schlucken, sind posturale Kontrolle und angemessene Sitzposition wichitge
Voraussetzungen. Doch was soll ich tun, wenn ein Kind an Muskeldystrophie erkrankt ist und die
Grundposition stets die Rückenlage ist? Unser erfahrener Physiotherapeut wird mich in der
nächsten Therapieeinheit unterstützen. Nach Begutachtung des kleinen Patienten, wird er mir
Hinweise geben, oben genanntes zu evozieren. Ich bin sehr gespannt auf den Austausch und freue
mich darauf beim nächsten Mal davon zu berichten.

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